Digital Assets; Web3; Distributed Ledger Technology, DLT

Digital Assets

Digital Assets sind innovative Alternativen zu klassischen Finanzinstrumenten – und haben das Potenzial, die gesamte Kapitalmarktinfrastruktur zu revolutionieren.

Was sind Digital Assets?

Digital Assets sind digitale Darstellungen von Vermögenswerten, die von keiner Zentralbank oder öffentlichen Stelle emittiert oder garantiert werden. Obwohl sie in den meisten Ländern nicht den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels besitzen, können sie als Tausch- oder Zahlungsmittel akzeptiert werden. Als Digital Assets wird somit eine neue Anlageklasse beschrieben, die aus Kryptowährungen (wie Bitcoin oder Ether), anderen tokenisierten Vermögenswerten und – eine Besonderheit des deutschen Rechts – Kryptowertpapieren besteht. Verbesserte Regulierungsinitiativen für Digital Assets stärken den Verbraucher- und Anlegerschutz und dürften die Beliebtheit von Digital Assets als Anlageinstrumenten sogar erhöhen. Infolgedessen werden Digital Assets nicht nur für private, sondern auch für institutionelle Anleger immer attraktiver.

Verpassen Sie nicht unseren BankingHub-Artikel "Digitale Assets – Was ist das? Definition und Entwicklung eines zukünftigen Milliardenmarktes".

„Digital Assets zeigen eine dynamische Entwicklung, die bestehende Business- und Operating-Modelle der Marktteilnehmer nachhaltig verändern wird.“

Wolfgang Schlaffer, Partner, zeb

Was unterscheidet Digital Assets von klassischen Wertpapieren?

Digital Assets existieren auf der Blockchain der Distributed Ledger Technology (DLT). Mit Ausnahme von Kryptowertpapieren werden sie nicht in Depots, sondern in sogenannten Wallets („digitalen Schließfächern“) verwahrt, in denen die eindeutigen Zugangsschlüssel zum Handling dieser Vermögenswerte (und nicht die zugrunde liegenden Assets selbst) gespeichert sind. Diese Schlüssel werden als „Private Keys“ bezeichnet. Wer Zugriff auf einen Private Key hat, verfügt auch über die Kontrolle und Verfügungsmacht über das Digital Asset. Aufgrund der sehr spezifischen Anforderungen müssen Finanzinstitute ein tiefes Verständnis von Digital Assets sowie praktische Erfahrung mit DLT-basierten Abläufen entwickeln.

Welche Anwendungsfälle bieten Digital Assets für etablierte Finanzinstitute?

Anwendungsfälle für diese neue Anlageklasse finden sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Finanzdienstleistungen. Kapitalmarktteilnehmende, die auf dem Primärmarkt tätig sind, könnten erwägen, eine eigene Tokenisierungsplattform aufzubauen oder die Tokenisierung zu nutzen, um reale Vermögenswerte leichter zugänglich zu machen. Im Gegenzug könnten Akteure, die auf dem Sekundärmarkt tätig sind, den Aufbau eines Verwahrungs- oder Maklergeschäfts für Digital Assets in Betracht ziehen, während Asset-Management-Firmen die Integration digitaler Vermögenswerte in ihre Anlagestrategien prüfen könnten.

 

 

Die Entwicklung des Markts für Digital Assets in Europa, Deutschland und der Schweiz

Der Markt für Digital Assets setzt sich aus Kryptowährungen (Bitcoin, Ether etc.) sowie tokenisierten Assets zusammen. Letztere beinhalten neben neuen Anlageklassen wie NFTs auch eine wachsende Anzahl von klassischen Wertpapieren, die auf DLT-Basis herausgegeben werden. Hierzu zählen etwa Registerwertrechte in der Schweiz oder Kryptowertpapiere in Deutschland.

Das Marktvolumen digitaler Assets in Europa (einschließlich der Schweiz) wird bis 2024 voraussichtlich auf knapp 660 Milliarden Euro ansteigen. Ein bedeutender Anteil des europäischen Markts für Kryptowährungen und Security Token entfällt auf Deutschland und die Schweiz, die zusammen einen Marktanteil von rund 30 % haben. Der Gesamtmarkt für alle Digital Assets unter Hinzunahme der Kryptowertpapiere wird sich in Deutschland im Zeitraum 2022 bis 2024 voraussichtlich auf fast 180 Milliarden Euro erhöhen und dementsprechend verdreifachen.

Nach Einführung des Elektronischen Wertpapiergesetzes (eWpG) im Mai 2021 und der Verordnung über Kryptofondsanteile (KryptoFAV) im Juni 2022 wird nun eine neue Marktinfrastruktur geschaffen, welche die Handelbarkeit von Kryptowertpapieren in Deutschland ermöglicht. Dadurch wird diese Form der Digital Assets im Jahr 2024 schätzungsweise einen Marktwert von 35 Milliarden Euro erreichen.

In der Schweiz wird erwartet, dass sich der Markt für Digital Assets in den nächsten Jahren dynamisch entwickeln und bis 2024 nahezu 40 Milliarden Euro erreichen wird. Diese Entwicklungen basieren auf progressiver und innovationsfreundlicher Regulierung durch das Schweizer DLT-Gesetz, einem globalen Hub der Digital-Asset-Industrie in Zug sowie einer wachsenden Anzahl an ausgereifteren Anwendungsfällen (z. B. Investitionen in tokenisierte Immobilienwerte).

„Finanzdienstleister sollten das bestehende window of opportunity nutzen und ihren Kunden innovative Dienstleistungen im Kontext Digital Assets anbieten.“

Julian Schmeing, Partner, zeb

Suchen Sie im Bereich DLT / Digital Assets Unterstützung oder sind an einer Diskussion mit unserem Expertenteam interessiert? Kontaktieren Sie uns jederzeit - wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.