Shift Right vermeiden durch konsequente Einhaltung der Verantwortlichkeiten im Test
Ein wirksames Testmanagement erfordert eine klare organisatorische Verankerung der Verantwortlichkeiten entlang der Teststufen. Während die Umsetzungsteams die Qualität auf der Komponenten- und häufig auch auf der Systemtestebene sicherstellen, liegt die Verantwortung für die übergreifende Teststeuerung, die Überwachung der Testabdeckung und die Durchführung zentraler E2E-Prozesstests beim zentralen Test- und Qualitätsmanagement.
Entscheidend ist, dass der Übergang zwischen diesen Ebenen über verbindliche Quality Gates geregelt ist. Diese dürfen – auch unter Zeitdruck vor Meilensteinen – nicht aufgeweicht werden. Ergänzend nimmt das Testmanagement eine qualifizierende Rolle ein: Es bewertet die Softwarequalität als Grundlage für Meilensteinentscheidungen und gibt eine Empfehlung ab, ob definierte Qualitätsziele sowie vertraglich relevante Liefergegenstände der Dienstleister erreicht sind. Diese Einschätzung bildet einen essenziellen Input für die Projektleitung, da sie sowohl den Projekterfolg als auch die Sicherstellung eines stabilen Produktionsbetriebs maßgeblich beeinflusst.
Tooling etablieren und enge Abstimmung zwischen Querschnittsfunktionen sicherstellen
Eine effiziente Testorganisation steht und fällt mit der Nutzung einheitlicher Tools und klarer toolübergreifender Schnittstellen. Zentrale Tools wie Jira, Zephyr Scale oder X-Ray sollten frühzeitig als Projektstandard etabliert werden – inklusive dokumentierter Workflows, Anwenderschulungen und einer konsequenten Nutzungskontrolle. Dadurch lassen sich Testfortschritt, Abdeckungsgrade und Dokumentationspflichten konsistent nachhalten, was langfristig Aufwände in Abnahmeprozessen sowie beim Aufbau eines Regressionstestportfolios reduziert.
Die standardisierte Nutzung dieser Tools stärkt zudem das Defect-Management, da Transparenz über den Status, die Zusammenhänge und die Priorität der Defects entsteht sowie nachträgliche Pflegeaufwände durch eine saubere Ersterfassung minimiert werden. Erforderlich sind dafür klar definierte und kommunizierte Vorgaben zur Defect-Erfassung und -Pflege sowie transparente Workflows, die auch die Synchronisation mit dem Vendor einschließen. Nur wenn Tickets von Beginn an möglichst vollständig – etwa mit relevanten Logauszügen – vorliegen, lassen sich unnötige Liegezeiten und Rückfragen vermeiden.
Ebenso wichtig ist die enge Abstimmung mit Querschnittsfunktionen wie dem Umgebungs- und Releasemanagement. Eine koordinierte Planung von Deployments, Datenständen und Testumgebungen bildet die Basis für eine effiziente und erfolgreiche Testdurchführung, um die Einhaltung enger Zeitpläne in Transformationsvorhaben zu gewährleisten.