IT-Entwicklungsprozesse unter der Lupe

  • Kundenzentrierung, also Nutzerfreundlichkeit und Service, ist Teil der neuen Marktanforderungen in der Versicherungswirtschaft. Kostendruck sowie zunehmende Regulatorik sind wichtige Nebenbedingungen. 
  • Um auf diese Herausforderungen schnell und flexibel reagieren zu können, sind Versicherer auf entsprechende IT-Prozesse angewiesen. 
  • Die Lösung ist ein optimierter, ganzheitlicher Software-Lifecycle-Prozess, der die Kundenzentrierung erhöht sowie eine Effizienzsteigerung in Entwicklung und Betrieb realisiert.
Bild_Impulse_IT-Migrationsprojekte_unter_der_Lupe_1920x1080_3

Optimierung des Software-Lifecyle-Prozesses

Die digitale Transformation und die damit einhergehenden Veränderungen haben in den vergangenen Jahren für die Versicherungswirtschaft enorm an Bedeutung gewonnen. In anderen Branchen, wie etwa Medien und Handel, wird den Kunden bereits seit Längerem ein neues Verständnis von Nutzerfreundlichkeit und Service geboten. Auch die Versicherungswirtschaft hat für sich erkannt, dass einfache, transparente sowie flexible Produkte und Prozesse eine neue Realität für Kunden prägen, aus der zunehmend neue Geschäftsfelder sowie Umsatzpotenziale erwachsen. Eine wichtige Voraussetzung, um auf diese neuen Anforderungen flexibel und kundenorientiert reagieren zu können, stellen u. a. adäquate IT-Prozesse dar.  

Neben der Kundenfokussierung sind jedoch der nach wie vor bestehende Kostendruck sowie die zunehmende Regulatorik wichtige Nebenbedingungen, welche im Rahmen effizienter IT-Prozesse zu berücksichtigen sind. Diese Themenstellungen lassen sich dabei nicht vollständig entkoppelt betrachten. Es empfiehlt sich, diese mit einem ganzheitlichen Software-Lifecycle-Prozess zu adressieren.
 

Herausforderungen

Um auf neue Markt- und Kundenanforderungen schnell und flexibel reagieren zu können, sind Versicherer u. a. auf entsprechende IT-Prozesse angewiesen. Mit Blick in die Versicherungswirtschaft wird allerdings schnell deutlich, dass viele Unternehmen grundsätzlich noch auf klassische Anforderungs- und Entwicklungsprozesse setzen und ebenfalls die Produktivnahme von neuen Entwicklungen starren Test- und Releasevorgaben unterworfen sind. Diese Ansätze beruhen häufig noch auf den Annahmen, dass Software vollständig planerisch erfasst und in einer statischen Umgebung, ohne sich ändernde Anforderungen, nach einem festgelegten Plan realisiert werden kann.


Diese Annahmen können unter Berücksichtigung der heute vorherrschenden Marktdynamik jedoch keine sinnvolle Basis mehr darstellen. Aus diesem Grund müssen Versicherer ihre etablierten IT-Prozesse kritisch hinterfragen und sich für neue Lösungsansätze öffnen. Wesentliche Stellhebel für die Etablierung neuer Lösungsansätze liegen in den Kernprozessen der IT. 

Anforderungs- und Entwicklungsprozesse folgen auch heute noch größtenteils sequenziellen Vorgehensmodellen. Agile Methoden kommen häufig nur in ausgewählten Pilotprojekten zum Einsatz. Zusätzlich sind Anforderungsprozesse in den Unternehmen häufig sehr heterogen ausgeprägt, und es bestehen je nach Fachbereich hohe Qualitätsunterschiede. Zur Adressierung der Problemfelder müssen Versicherer daher agile Methoden mindestens als gleichberechtigtes Vorgehen neben klassischen Ansätzen etablieren und die agile Methodenkompetenz in der Breite ausbauen. 

Ebenso bieten die Test-, Produktivsetzungs- und Betriebsprozesse Ansatzpunkte für weitere Effizienzsteigerungen. Im Rahmen der regulatorischen Möglichkeiten muss die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb gestärkt und Sollbruchstellen müssen aufgelöst werden. Weiterhin sind durch den Einsatz entsprechender Tools die Prozesse von „Build“ bis „Release“ zu automatisieren (Continuous Integration und Continuous Deployment) und hierdurch zu beschleunigen. Auf diesem Wege können auch automatisierte Qualitätssicherungsmechanismen implementiert werden, sodass neben der Effizienz auch die Qualität der Lösungen gesteigert werden kann.
 

Lösungen

Durch die ganzheitlich Optimierung des Software-Lifecycle-Prozesses kann einerseits die Kundenzentrierung erhöht und andererseits eine Effizienzsteigerung in Entwicklung und Betrieb realisiert werden. 

  • Agile Zusammenarbeit an der SchnittstelleAnforderungsmanagement und Entwicklung

Um eine höhere Kundenzentrierung zu erreichen, müssen Unternehmen grundsätzlich die organisatorischen und prozessualen Rahmenbedingungen schaffen, die agile, kundennahe Vorgehensmodelle ermöglichen. Praxiserprobte Frameworks wie Scrum bieten dabei erste Orientierungspunkte. Oft fehlt in den Unternehmen noch das organisatorische Grundgerüst für agile Ansätze. Hinzu kommt, dass Unternehmen kaum über entsprechend geschulte Fachleute für die notwendigen Frameworks verfügen, die elementarer Inhalt der operativen Umsetzung agiler IT-Entwicklungsmodelle sind. Aus diesem Grund lassen sich aktuell nur einzelne Leuchtturmprojekte in der Praxis finden, die einer konsequenten agilen Ausrichtung folgen. Um jedoch dem zunehmenden Entwicklungstempo und der steigenden Komplexität angemessen entgegenzutreten, sollten die Unternehmen zeitnah hin zu gleichberechtigten Lösungsvorgehen umschwenken. 

  • DevOps an der Schnittstelle Anwendungsentwicklung und IT-Betrieb

Für eine Effizienzsteigerung im Rahmen der Produktivsetzung sind wesentliche organisatorische Eingriffe notwendig, um funktionsübergreifendes Arbeiten zu ermöglichen und Sollbruchstellen auszuhebeln. Die strikte Trennung zwischen Anwendungsentwicklung und IT-Betrieb muss aufgeweicht werden, um eine engere Verzahnung zwischen Entwicklung, Test und Releasemanagement zu ermöglichen. Der Einsatz von DevOps („Develop“ und „Operations“) beschreibt hierbei ein Zusammenarbeitsmodell zwischen Anwendungsentwicklung und IT-Betrieb, das ein iteratives Vorgehen ermöglicht. 
DevOps setzt dabei an der Schnittstelle zwischen Anwendungsentwicklung und IT-Betrieb an. Erst hierdurch wird eine Ende-zu-Ende-Beschleunigung des Software-Lifecycle-Prozesses ermöglicht. 

Zunächst ist aber technische Grundlagenarbeit zu leisten. Denn für die vorgestellten iterativen Ansätze werden u. a. deutlich kürzere Releasezyklen benötigt, die durch entsprechende Softwaretools ermöglich werden. Hierzu gehören etwa hohe Automatisierungsgrade im Test sowie die Automatisierung von Software-Builds. Die ganzheitliche Integration dieser Tools in die bestehenden Toollandschaft und Anwendungsarchitektur sowie die Anpassung der bestehenden Arbeitsweise stellt für viele Versicherer eine große Herausforderung dar. Die möglichen Effizienzvorteile übertreffen allerdings die damit verbundenen Aufwände bei Weitem.
 

Leistungen

zeb bietet Versicherern im Rahmen der geschilderten Lösungsansätze zahlreiche Leistungen zur Optimierung ihrer IT- Prozesse. So unterstützen wir unsere Kunden u. a. beim ganzheitlichen Redesign des Software-Lifecyle-Prozesses, indem bestehende Schwächen herausgearbeitet und durch zielgerichtete Lösungsansätze adressiert werden. 

Zur Optimierung des Software-Lifecyle-Prozesses setzt zeb auf ein praxiserprobtes Vorgehen. Dieses startet mit der Bestandsaufnahme der Strukturen und Prozesse, dem Abgleich gegen Best Practices in der Versicherungswirtschaft sowie der Definition eines übergreifenden Zielbilds. Die Umsetzung der Maßnahmen gewährleisten wir, indem wir verbindliche Vorgaben definieren, organisatorische und technische Voraussetzungen schaffen und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen. 

Das skizzierte Vorgehen haben wir bereits in diversen Projekten erfolgreich eingesetzt. Unsere Erfahrungen geben wir gerne an Sie weiter.