Ein Mann, der auf einer Couch sitzt, eine Karte hält und einen Laptop benutzt

Es gibt keine Blaupause für erfolgreiches Nachwuchskundengeschäft

Junge Kunden bringen heute oft nur geringe Erträge. Langfristig entscheiden sie jedoch maßgeblich über die Zukunftsfähigkeit einer Sparkasse. Die Sparkasse Lemgo denkt deshalb ihr Nachwuchskundengeschäft gemeinsam mit zeb und einem interdisziplinären Projektteam aus dem eigenen Haus grundlegend neu. Entstanden ist ein individueller Ansatz, der konsequent auf die Zielgruppe zugeschnitten ist.

Das Projekt

Nachwuchskunden sind das Fundament für den Erfolg von morgen. Gleichzeitig ist diese Zielgruppe bei der Sparkasse Lemgo, wie in vielen anderen Sparkassen, bislang nicht konsequent in den Fokus gerückt. Zwar gibt es vergünstigte Kontomodelle und einzelne Marketingmaßnahmen. Eine übergreifende Strategie, wie junge Menschen langfristig für die Sparkasse begeistert und dauerhaft gebunden werden können, fehlte bislang.

Das birgt Risiken. Denn wer sich heute nicht um junge Kunden bemüht, zahlt die Rechnung oft Jahre später. Der wirtschaftliche Wert junger Kunden entsteht meist erst mit der Zeit: beim Berufseinstieg, der ersten Immobilie, dem Vermögensaufbau oder der Altersvorsorge. Über die gesamte Kundenbeziehung hinweg liegt ihr durchschnittliches Ertragspotenzial bei rund 15.000 Euro.

Vorstand treibt Nachwuchskundenprojekt voran

Im Rahmen eines Strategieprojekts diskutiert der Vorstand gemeinsam mit zeb die langfristigen Herausforderungen im Nachwuchskundengeschäft. Schnell wird deutlich: Einzelne Maßnahmen reichen nicht aus. Es braucht einen strategischen Ansatz, der konsequent an den Bedürfnissen junger Menschen ausgerichtet ist. Aus einer ersten Idee entsteht ein Zukunftsprojekt für die Sparkasse Lemgo.

In die Projektarbeit fließen Erfahrungen aus zahlreichen Nachwuchskundenprojekten ein. Gleichzeitig ist klar: Eine Standardlösung würde den Anforderungen vor Ort nicht gerecht werden. Statt bewährte Konzepte zu kopieren, entwickelt das Projektteam Lösungen, die zur Region, zur Zielgruppe und zur Kultur der Sparkasse Lemgo passen. Genau darin liegt der Unterschied: Nicht die Übernahme einzelner Maßnahmen steht im Mittelpunkt, sondern ein tragfähiges Gesamtkonzept, das von den Mitarbeitenden selbst entwickelt wird und deshalb dauerhaft Wirkung entfalten kann.

Warum soll ein junger Mensch zur Sparkasse gehen?

Zum Projektstart kommen rund 15 Mitarbeitende zusammen – die meisten selbst unter 30 Jahre alt. Ganz bewusst: Schließlich kennt niemand die Zielgruppe besser als diejenigen, die ihr selbst angehören oder täglich mit ihr arbeiten. Gemeinsam entwickeln sie Ideen, hinterfragen bestehende Ansätze und bringen ihre Perspektiven in die künftige Ausrichtung des Nachwuchskundengeschäfts ein.

Im Mittelpunkt steht eine einfache, aber entscheidende Frage: „Warum sollte sich ein junger Mensch bewusst für die Sparkasse Lemgo entscheiden?“

Die Antworten liefert zeb hier nicht allein. Entwickelt werden sie gemeinsam mit denjenigen, die die Zielgruppe am besten kennen: den Mitarbeitenden der Sparkasse selbst. Genau dieser gemeinsame Entwicklungsprozess macht aus einzelnen Ideen ein Konzept, das im Haus akzeptiert wird und dauerhaft Bestand haben kann.

Gearbeitet wird in agilen Sprints. Statt monatelang ein fertiges Konzept zu bearbeiten, entwickelt das Projektteam die neue Strategie Schritt für Schritt weiter. In kurzen Arbeitsphasen werden Ideen konzipiert, gemeinsam reflektiert und unmittelbar weiterentwickelt. Das Team hat die Freiheit, auch ungewöhnliche Vorschläge auszutesten. Am Ende jedes Sprints steht ein konkretes Zwischenergebnis, das gemeinsam mit den Auftraggebenden diskutiert wird: Ideen, die überzeugen, werden konsequent ausgebaut, andere werden früh angepasst oder verworfen. So entsteht in kurzer Zeit ein Konzept, das sich an den Bedürfnissen der Zielgruppe orientiert, fachlich überzeugt und gleichzeitig von den Mitarbeitenden getragen wird.

Das Ergebnis

Bereits nach wenigen Monaten nimmt das neue Nachwuchskundenkonzept konkrete Formen an. Entstanden ist kein Bündel einzelner Maßnahmen, sondern ein ganzheitlicher Ansatz, der Markenauftritt, Beratung, Standorte und Community miteinander verbindet.

Ein zentrales Element ist eine eigene Marke für junge Kunden. Sie schafft einen eigenständigen Auftritt, bleibt gleichzeitig aber bewusst mit der Sparkasse verbunden. Das bekannte Sparkassen-S findet sich im neuen Logo dezent wieder. Der Markenname lautet: „Flex and Finance“.

Money Mates statt klassische Bankberatung

Mit der neuen Marke verändert sich auch die Art, wie junge Menschen mit ihrer Sparkasse in Kontakt kommen. Ziel ist nicht, klassische Filialen moderner aussehen zu lassen, sondern neue Berührungspunkte zu schaffen. Die Standorte werden deshalb bewusst als Orte der Begegnung gestaltet, an denen Beratung, Austausch, Veranstaltungen und Community zusammenkommen. Loungebereiche und offene Begegnungsflächen schaffen einen Rahmen, in dem junge Menschen die Sparkasse auf eine neue Weise erleben können.

Auch die Beraterrolle wird neu gedacht. Die sogenannten Money Mates verstehen sich nicht in erster Linie als klassische Kundenberatende. Sie begleiten junge Menschen langfristig durch unterschiedliche Lebensphasen, schaffen Zugänge zu Finanzthemen und bauen Beziehungen auf, lange bevor konkrete Produktabschlüsse im Mittelpunkt stehen. Bei komplexeren Fragestellungen binden sie nahtlos die Fachleute der Sparkasse ein. Ergänzt wird das Angebot um Workshops zu Themen wie Steuern, Finanzen oder Berufseinstieg. So entsteht ein Ort, an dem finanzielle Bildung, persönlicher Austausch und Beratung selbstverständlich zusammengehören.

Community Club hält Sparkasse jung

Mit dem neuen Konzept ist die Entwicklung nicht beendet. Im Gegenteil: Junge Kunden sollen die Weiterentwicklung künftig aktiv mitgestalten. Herzstück ist ein Community Club, der regelmäßig zusammenkommt und Feedback zu Angeboten, Veranstaltungen und neuen Ideen gibt. So bleibt die Sparkasse dauerhaft nah an ihrer Zielgruppe und kann das Nachwuchskundengeschäft kontinuierlich weiterentwickeln.

Das Projekt der Sparkasse Lemgo zeigt: Erfolgreiches Nachwuchskundengeschäft entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch ein Gesamtkonzept, das gemeinsam mit den Mitarbeitenden entwickelt wird. Sichtbare Lösungen sind hierbei nur das Ergebnis. Eine Blaupause für erfolgreiches Nachwuchskundengeschäft gibt es nicht. Entscheidend ist ein Entwicklungsprozess, der unterschiedliche Perspektiven zusammenführt und Konzepte hervorbringt, die zur Sparkasse, ihrer Region und ihrer Zielgruppe passen.

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Justus Herfurth, zeb

Justus Herfurth

Senior Manager

Sven Enk

Sven Enk

Senior Manager