Im nächsten Schritt geht es darum herauszuarbeiten, wie sich die Fluktuation verhindern lässt. Das geschieht in Workshops, an denen die Spezialisten am Tisch sitzen. Der Beratungsprozess teilt sich in vier Module, die jeweils für ein Geschäftsmodell stehen.
Das erste Modul befasst sich mit der Nachlassplanung, die künftig strukturierter als bisher vor allem älteren Kunden angeboten werden soll. Zu Lebzeiten kann sich diese Gruppe mit wichtigen Fragen wie Erbrecht, Steueroptimierung oder Niesbrauchrecht befassen und wird dabei von einem Spezialisten oder einer Spezialistin gemeinsam mit dem Stammberater kenntnisreich begleitet. Auf diese Weise wird die Bindung zwischen Kunde und Institut verstärkt und lässt sich einfacher auf die nächste Generation übertragen.
Testament und Nachlassplanung
Das zweite Modul ist die Testamentsvollstreckung. Die Sparkasse kann als neutrale dritte Seite dafür sorgen, dass das Vermögen in einer emotionalen Situation so verteilt wird wie es vom Erblasser vorgesehen ist. Sie kann mit rechtlichem und finanziellem Sachverstand die Erben unterstützen, um die Dinge so zu regeln, wie sie im Testament stehen.
Das dritte Modul bezieht sich auf Situationen, in den es häufig weder Kinder noch einen natürlichen Erben gibt. Oder die Tatsache, dass ein Vermögensinhaber etwas Gutes tun möchte. Hier bietet es sich an, eine Stiftung zu gründen. Dabei können Experten der Sparkasse die Kunden bereits zu Lebzeiten unterstützen – Stiftungsmanagement als Dienstleistung im Private Banking.
Im vierten Modul geht es darum, die nächste Generation so anzusprechen, dass sie der Bank nicht den Rücken kehrt, sondern Vertrauen fasst. Themen wie Netzwerkbildung und digitale Ansprache spielen dabei eine Rolle, vor allem aber eine angemessene persönliche Beratung auf Augenhöhe.
Auf allen vier Feldern soll das Generationenmanagement Lösungen bieten, um bestehende Kunden und Erträge zu sichern, zusätzliches Geschäft zu erschließen und neue Kunden zu gewinnen.
Die Ergebnisse des Projektes erweiterten das Leistungsspektrum der Sparkasse im Private Banking um eine wichtige Komponente. Neue Rollen werden geschaffen, um diese Spezialberatung anbieten zu können. Finanziert wird dieser Ansatz über Zusatzerträge, die die neuen Beratungsfelder zukünftig mit sich bringen.
Beratung mit Weitblick lohnt sich
Der Erfolg der Generationenmanagement hängt aber häufig auch an den richtigen Anreizsysteme. Denn wer im Private Banking berät, wird in der Regel auch an den daraus realisierten Erträgen gemessen. Gutes Generationenmanagement zeigt seinen Erfolg aber erst Jahre später. Weitblick muss sich also lohnen. Kundenberater müssen daher einen Anreiz haben, dass sie Kunden im Generationenmanagement begleiten – auch wenn zunächst daraus keine kurzfristigen Erträge resultieren.