Regionalbankenstudie Österreich
Regionalbankenstudie Österreich 2025
Was folgt auf die Rekordjahre? Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
Nach zwei außergewöhnlich starken Jahren stehen Österreichs Regionalbanken vor einem Wendepunkt. Die Regionalbankenstudie Österreich 2025 zeigt: Die Institute konnten 2024 trotz hoher Risikokosten erneut robuste Ergebnisse erzielen – gleichzeitig deuten wirtschaftliche Signale, Zinsentwicklung und regulatorische Vorgaben klar darauf hin, dass die kommenden Jahre anspruchsvoller werden. Die Studie skizziert, wie Banken jetzt ihre Widerstandsfähigkeit stärken, Ertragsquellen sichern und operative Effizienz heben können.
1. Ausgangslage 2024/2025: Rekordniveau bestätigt – aber Gegenwind nimmt zu
Die Analyse der 357 österreichischen Regionalbanken zeigt eindrucksvoll, wie stark der Rückenwind der Zinswende nachwirkt.
Zentrale Erkenntnisse:
- Zinsüberschuss bleibt hoch, getrieben durch weiterhin attraktive Margen – wenn auch rückläufig im Vergleich zu 2023.
- Risikokosten verharren auf hohem Niveau, insbesondere bedingt durch die Krise im gewerblichen Immobilienbereich und steigende Unternehmensinsolvenzen.
- Kundengeschäft wächst weiter: Einlagen steigen deutlich, Kreditvolumina legen moderat zu – besonders Sparkassen holen im Kreditgeschäft auf.
- Ergebnisunterschiede zwischen Sektoren nehmen zu: Raiffeisenbanken, Sparkassen und die 3-Banken-Gruppe entwickeln sich überdurchschnittlich; Volksbanken und Hypothekenbanken geraten unter Druck.
- Makroökonomisches Umfeld bleibt herausfordernd: Österreich hinkt im EU-Vergleich bei Wachstum und Inflation hinterher.
2. Simulation 2025–2029: Ergebnisrückgang im Trend – Erholung ab 2027 möglich
Basierend auf einem umfassenden Simulationsmodell zeigt die Studie die erwartete Entwicklung unter realistischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen:
- Zinsergebnis sinkt bis 2026 spürbar, vor allem aufgrund fallender Passivmargen.
- Risikokosten bleiben 2025/2026 hoch, erst danach kann mit Entspannung gerechnet werden.
- 25 % der Regionalbanken fehlt ab 2026 die Thesaurierungskraft, um Bilanzwachstum mit Eigenkapital zu unterlegen – Handlungsdruck steigt.
- Kapitalquoten könnten bei steigenden NPLs unter Druck geraten, besonders durch CRR-III-Effekte.
- Langfristig – ab 2027/2028 – sind bessere Ertragsaussichten realistisch, wenn Zinsen wieder ansteigen und Risiken abflauen.
3. Zentrale Handlungsfelder: Was erfolgreiche Regionalbanken jetzt tun müssen
Die Studie identifiziert drei zentrale Stellhebel für Widerstandsfähigkeit und nachhaltige Ertragskraft:
I. Ertragsoptimierung und Marktstrategie
- Differenzierung in PB-/Affluent-Segmenten
- Smart Pricing im Einlagen- und Kreditgeschäft
- Optimierte Kundensegmentierung und Filialnetzstrategie
- KI-gestütztes Marketing und CRM
- Ausbau digitaler Kanäle und Embedded-Finance-Angebote
II. Effizientes Betriebsmodell
- E2E-Prozessdigitalisierung und Automatisierung
- Cloud- und Plattformarchitekturen als technologisches Fundament
- Datengetriebene Operating Models und KI-basierte Steuerung
- Stärkung der operativen Resilienz und professionelles Drittparteienmanagement
- Agile Organisationsformen und moderne Arbeitsmodelle
III. Ganzheitliche Steuerung (Risk, Finance & Compliance)
- NPL-Management und RoRWA-Steuerung
- Zinsergebnisplanung und Bilanzstruktursteuerung
- ESG-Integration in Strategie, Risiko und Kreditprozesse
- Umsetzung des EU-AML-Pakets und Aufbau einer starken Risikokultur
4. Fazit der Studie: Stabilität sichern – Zukunft aktiv gestalten
Österreichs Regionalbanken sind solide aufgestellt und konnten trotz Herausforderungen erneut starke Ergebnisse erzielen. Doch die kommenden Jahre verlangen entschlossene Maßnahmen:
- Erträge verteidigen und diversifizieren,
- Effizienzpotenziale heben,
- Risiko- und Kapitalsteuerung stärken,
- Digitalisierung und KI strategisch nutzen,
- ESG- und AML-Anforderungen konsequent integrieren.
Die Erfolgsformel lautet: Resilienz durch Ertragsmix, effiziente Strukturen und integrierte Steuerung.
Wir begleiten Sie auf dem Weg zur widerstandsfähigen Regionalbank
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