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Warum Finanzdienstleister auf Cloud-Dienste setzen sollten

Historisch gewachsene IT-Architekturen sind zu komplex und unflexibel

  • In der Vergangenheit haben Finanzinstitute zuverlässige und technisch skalierbare IT-Systeme mit niedrigen Betriebskosten geschaffen

  • Inzwischen sind diese IT-Architekturen jedoch oft zu komplex und unflexibel geworden, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden

  • In einer wettbewerbsorientierten Welt ist es notwendig, bei der Entwicklung einzigartiger Kundenlösungen viel schneller zu reagieren

Auch IT-Systeme kommen in die Jahre

Finanzinstitute haben in der Vergangenheit eine IT mit hoher Zuverlässigkeit, niedrigen Betriebskosten und technischer Skalierbarkeit geschaffen. Die über Jahre gemeinsam mit dem technischen Fortschritt gewachsenen IT-Architekturen sind heute aber oftmals zu komplex und unflexibel zur Erfüllung aktueller Anforderungen. Im Wettbewerb ist vor allem eine deutlich höhere Reaktionsgeschwindigkeit für den Aufbau differenzierender Kundenlösungen erforderlich.

Wirksamer Ausweg
Ein wirksamer Ausweg aus dieser Situation erfordert eine Modernisierung der Legacy-IT-Landschaft. Cloud-Technologien bilden dafür ein wesentliches Fundament. Cloud-Dienste stellen fachlich wie technisch hoch standardisierte IT-Leistungen aus den Rechenzentren eines Anbieters zur Verfügung. Sie arbeiten stark automatisiert und sind unabhängig von physischer Hardware. Institute passen so IT-Leistungen elastisch und ohne Zeitversatz an den tatsächlich Bedarf an, anstatt wie bisher die IT-Kapazität an der Spitzenlast, zum Beispiel am Monatsende, auszurichten. Dadurch bieten Cloud-Dienste eine hohe Flexibilität in der Umsetzung von fachlichen Anforderungen und erhöhen die Geschwindigkeit bei reduzierten Risiken.

Regulatorische Anforderungen erhöhen den Druck
Regulatorische Anforderungen wie BCBS 239 zwingen gerade große Banken, die Prozesse in der Berichtserstellung stark zu beschleunigen. Zur Einhaltung der Abgabefristen werden lange laufende Berechnungen mit oftmals hohen Hardware-Investitionen optimiert. Daraus resultieren dauerhaft höhere Fixkosten für Rechenmaschinen, die außerhalb der Berichtserstellung ungenutzt stehen.

Cloud-Computing bietet neue Wege zur Beschleunigung solcher Prozesse. Wir konnten die Kreditrisikosimulation mit der Standardsoftware „zeb.control“ auf eine Cloud-Infrastruktur überführen und die Verarbeitungszeit für ein mittelgroßes Institut durch temporär massive Rechenleistung von 16 Stunden auf 10 Minuten reduzieren – bei einem Achtel der Kosten! Ähnliches haben wir für die Profitabilitätsanalyse mit 40 Millionen Cashflows erreicht, indem wir sie in einem Test auf 5 Minuten reduziert haben. In beiden Fällen kostet ein solcher Kalkulationslauf circa 5 Euro.

Banken halten sich zurück
Trotz dieser Vorteile gegenüber klassischen IT-Liefermodellen und der langjährigen Verfügbarkeit von Cloud-Angeboten sind deutsche Finanzdienstleister und Banken noch zurückhaltend in der Nutzung. Ein Grund dafür: Die Nutzung von Cloud-Diensten kann eine wesentliche Auslagerung nach MaRisk AT 9 darstellen. Doch mittlerweile zeigen die Aufsichtsbehörden praktikable Wege der Umsetzung auf, und Cloud-Anbieter öffnen ihre Vertragsklauseln. Der hohe Nutzen für Finanzinstitute und das große Marktpotenzial für die Anbieter werden hier zu weiteren Annäherungen führen.

Die Nutzung von Cloud-Diensten und die Integration mit bestehenden IT-Systemen erfordern die Öffnung des eigenen Rechenzentrums. Die Sicherheitsrisiken daraus halten wir für beherrschbar. Technische Mechanismen zur Absicherung dieser Öffnung und Verbindung zum Cloud-Anbieter sind erprobt und die Sicherheitsstandards von Cloud-Anbietern höher als im IT-Eigenbetrieb.

Grundsätzlich können drei Servicemodelle unterschieden werden

Bei „Software as a Service“ (SaaS) bietet ein Dienstleister vollständige Anwendungen an. Diese sind einfach, schnell und kostengünstig zu erwerben und zu nutzen. Dadurch eignet sich SaaS insbesondere für nicht wettbewerbsdifferenzierende Anwendungen. Das Modell „Platform as a Service“ (PaaS) bietet flexible Basisstrukturen für die Entwicklung von eigenen Anwendungen. „Infrastructure as a Service“ (IaaS) steht zuletzt für die flexible Anmietung von Hardware in einem hoch automatisierten Rechenzentrum eines Dienstleisters. Lesen Sie mehr in unserem Whitepaper "Towards banking-as-a-service."

„Cloud-Dienste bieten eine hohe Flexibilität in der Umsetzung von fachlichen Anforderungen und erhöhen die Geschwindigkeit bei reduzierten Risiken.“

Sven Krämer, Partner

Die Herausforderungen sind lösbar

Cloud-Dienste schaffen im CIO-Spannungsfeld zwischen Marktanforderungen, Kosten und IT-Beherrschbarkeit notwendige Entlastung und Freiräume für die Konzentration aufs Wesentliche. Moderne IT-Konzepte können ohne Cloud-Prinzipien zudem gar nicht umgesetzt werden. Finanzinstitute müssen daher unseres Erachtens Cloud-Dienste in ihren IT-Strategien verankern.